Im Herbst 2014 wird die Orgel der ehemaligen neuapostolischen Gemeinde Hamburg-Altona in die neuapostolische Gemeinde Elmshorn umgesetzt.
Die Orgel wurde 1968 durch die Lübecker Orgelbauer Emanuel Kemper und Sohn neu erbaut und in die im gleichen Jahr errichtete Kirche eingebaut. Die Orgel hat 25 Register mit rund 1500 Pfeifen, verteilt auf zwei Manualwerke (Hauptwerk, Schwellwerk) und Pedalwerk.
Die Pfeifen stehen auf so genannten Taschenladen, bei denen jeder Ton eines Registers ein separates Ventil besitzt. Die Spiel- und Registertraktur ist elektropneumatisch. Die Disposition und Klanggestaltung der Orgel ist geprägt von der zur Erbauungszeit herrschenden Vorstellung einer Barockorgel. Man spricht daher auch von einer Neobarockorgel. Typisch für dieses Zeitalter des Orgelbaus ist der Freipfeifenprospekt wie er in Altona vorhanden war. Für den Wiedereinbau in Elmshorn ist daher ebenfalls ein Freipfeifenprospekt entworfen worden. Während der Zeit in Altona ist die Orgel nur geringfügig verändert worden, obwohl sie bedingt durch die sehr beengte Einbausituation in einer Ecke klanglich unbefriedigend war. Es gab zwar Überlegungen, die konstruktiven und klanglichen Probleme zu ändern, welche aber nie umgesetzt wurden.
Ende 2010 wurde das Orgelwerk durch Orgelbaumeister Elmar Krawinkel instand gesetzt und ausgereinigt.
Im Juni des Jahres 2012 fusionierten die Gemeinden Altona und Blankenese, die Kirche in Altona wurde profaniert. Seitdem ist die Orgel ungenutzt.
Die Altonaer Orgel ist in so einem guten Zustand, dass beschlossen wurde, die Orgel in eine andere Kirche umzusetzen. Etliche Gemeinden waren an diesem Instrument interessiert. Bedingt durch die Größe des Orgelwerkes kamen allerdings nur wenige Gemeinden für eine Umsetzung in Frage. Die Entscheidung fiel dann im Herbst 2013 auf die Gemeinde Elmshorn. Gemessen an der Größe der Kirche und Gemeinde ist das Orgelwerk üppig bemessen. Der Vorteil an Elmshorn ist, dass die Orgel ohne Baumaßnahmen in der Kirche eingebaut werden kann. Somit ist die Entscheidung für den Einbau in Elmshorn auch eine ökonomische.
Das Orgelwerk wird, bis auf die Register für den neu zu gestaltenden Prospekt, für den neue Pfeifen hergestellt werden, unverändert aus Altona übernommen. Außerdem wird die Orgel neu intoniert.
Der Spieltisch wird freistehend auf einem fahrbaren Podest im Kirchenschiff stehen.
Die Orgel wurde Anfang Januar 2014 durch Orgelbaumeister Elmar Krawinkel, unterstützt durch Glaubensgeschwister aus den Gemeinden Elmshorn und Pinneberg, in Altona ausgebaut. Der Abbaueinsatz der Glaubensgeschwister war mit dem Orgelbauer zur Kostenreduzierung ausgehandelt worden.
Die Gemeinde wird ein sehr klangfarbenreiches Instrument erhalten, das über seine gottesdienstliche Verwendung hinaus für Konzerte genutzt werden kann. Trotz der barocken Disposition kann eine große Auswahl von Orgelmusik aller Epochen und Stilrichtungen dargeboten werden.
Möge das neue Instrument gleichermaßen Ansporn zur Fortentwicklung für die Organisten und Anreiz für den Nachwuchs sein. Gleichzeitig hat die Gemeinde den Auftrag, sich den neuen Klängen und Musikstilen zu öffnen und damit Förderer für die Kirchenmusik und den Musikernachwuchs zu sein.
Geplante Disposition der Orgel für den Wiederaufbau:
Hauptwerk, I. Manual C - g'''
1. Dulzgedackt 16' Mahagoni, vorhanden.
2. Prinzipal 8' Neues Prospektregister aus 75% Zinn.
3. Spitzflöte 8' Metall, vorhanden.
4. Oktave 4' Metall, vorhanden.
5. Flöte 4’ Metall, vorhanden.
6. Nasat 2 2/3' Metall, vorhanden.
7. Octave 2' Metall, vorhanden.
8. Mixtur 4fach 1 1/3’ Metall, vorhanden, original Mixtur 4-6fach 1 1/3’.
9. Trompete 8' Kupfer/Metall, vorhanden, umstellen.
Schwellwerk, II. Manual C - g'''
10. Salicional 8’ C-H Kupfer, Rest Metall, vorhanden.
11. Gedeckt 8' Mahagoni/Metall, vorhanden.
12. Prinzipal 4' Metall, vorhanden.
13. Rohrflöte 4' Metall, vorhanden.
14. Sifflöte 2' Metall, vorhanden.
15. Sesquialtera 2fach Metall, vorhanden, original 3fach.
16. Scharff 4fach Metall, vorhanden.
17. Oboe 8' Metall, vorhanden.
18. Dulzian 8’ Metall, vorhanden.
Tremulant
Pedalwerk, C - f'
19. Subbaß 16’ Kiefernholz, vorhanden.
20. Prinzipal 8' Neues Prospektregister aus 75% Zinn.
21. Gedackt 8' Metall, vorhanden, original Quintade.
22. Oktave 4' Metall, vorhanden.
23. Nachthorn 2' Metall, vorhanden.
24. Rauschpfeife 4fach 2 2/3’ Metall, vorhanden.
25. Fagott 16' Kupfer/Metall, vorhanden.
(Kursive Schreibweise: neu bzw. verändert)
Chr. S.
Neuapostolische Kirche